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The Making of a Cigar

Die Herstellung einer Zigarre – vom kleinen Samenkorn zum handgefertigten Genussprodukt.

Handgerollte Zigarre im Entstehungsprozess auf einem Arbeitstisch mit Tabakblättern
Vom Blatt zum fertigen Format: Handarbeit steht im Zentrum jeder Premiumzigarre.

Vom kleinen Samenkorn zum handgefertigten Genussprodukt

Die Herstellung einer hochwertigen Zigarre ist ein langwieriger Prozess, der weit mehr umfasst als das eigentliche Rollen der Tabakblätter. Zwischen der Aussaat der Samen und dem Verpacken der fertigen Zigarre können mehrere Jahre liegen.

Landwirtschaftliches Fachwissen, sorgfältige Fermentation, lange Reifezeiten und präzise Handarbeit bestimmen wesentlich die Qualität des Endprodukts. Jede einzelne Phase beeinflusst den späteren Geschmack, das Aroma, den Zugwiderstand, den Abbrand und das Erscheinungsbild der Zigarre.

Eine handgefertigte Premiumzigarre besteht üblicherweise aus drei Hauptbestandteilen:

  • der Einlage, spanisch Tripa
  • dem Umblatt, spanisch Capote
  • dem Deckblatt, spanisch Capa

Die Kombination dieser Blätter wird als Blend bezeichnet. Der Blend bestimmt den grundlegenden Charakter einer Zigarre.

1. Die Auswahl des Saatguts

Die Herstellung beginnt mit der Auswahl geeigneter Tabaksamen. Die Samen der Tabakpflanze sind ausserordentlich klein. Mehrere Tausend Samen können nur wenige Gramm wiegen.

Die Wahl der Tabaksorte beeinflusst unter anderem:

  • die Grösse und Struktur der Blätter
  • die Widerstandsfähigkeit der Pflanze
  • die Stärke des Tabaks
  • dessen Aroma
  • die Eignung als Einlage, Umblatt oder Deckblatt

Neben der genetischen Tabaksorte spielen der Boden, das Klima, die Sonneneinstrahlung, die Niederschlagsmenge und die Anbaumethode eine entscheidende Rolle. Dieselbe Saatgutsorte kann in unterschiedlichen Ländern oder Anbaugebieten Tabake mit deutlich verschiedenen Eigenschaften hervorbringen.

Deshalb wird bei Tabak häufig zwischen der Herkunft des Saatguts und dem tatsächlichen Anbaugebiet unterschieden. Ein Tabak aus Connecticut-Saatgut kann beispielsweise in Ecuador angebaut werden und wird dann häufig als Ecuador Connecticut bezeichnet.

2. Aussaat und Aufzucht der Jungpflanzen

Die Tabaksamen werden zunächst nicht direkt auf dem späteren Feld ausgesät. Sie keimen in speziell vorbereiteten Saatbeeten oder modernen Gewächshausanlagen.

Während dieser ersten Wachstumsphase müssen die jungen Pflanzen sorgfältig vor starkem Regen, Wind, Krankheiten und Schädlingen geschützt werden. Ebenso wichtig ist eine gleichmässige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen.

Nach einigen Wochen haben die Jungpflanzen eine ausreichende Grösse erreicht. Sie werden aus den Saatbeeten genommen und einzeln auf die vorbereiteten Tabakfelder verpflanzt.

Dieser Vorgang wird häufig als Auspflanzen oder Umpflanzen bezeichnet.

Aufzucht junger Tabakpflanzen und Auspflanzen in vorbereitete Erde
Der Anfang: Junge Tabakpflanzen werden sorgfältig aufgezogen und später auf das Feld verpflanzt.

3. Die Vorbereitung der Tabakfelder

Noch bevor die Jungpflanzen eingesetzt werden, müssen die Felder vorbereitet werden. Der Boden wird gelockert, geformt und je nach Anbaugebiet gedüngt.

Tabak reagiert empfindlich auf die Beschaffenheit des Bodens. Ein guter Tabakboden sollte Wasser aufnehmen können, gleichzeitig aber ausreichend entwässert sein. Staunässe kann die Wurzeln schädigen und Krankheiten begünstigen.

Die Zusammensetzung des Bodens wirkt sich auf den späteren Charakter des Tabaks aus. Mineralien, organische Bestandteile, Feuchtigkeit und Mikroorganismen beeinflussen das Wachstum der Pflanze und die chemische Zusammensetzung ihrer Blätter.

Deshalb können selbst Tabake derselben Sorte innerhalb eines Landes unterschiedliche Aromen entwickeln.

4. Sonnenanbau und Schattenanbau

Grundsätzlich werden beim Zigarrentabak zwei wichtige Anbaumethoden unterschieden.

Sonnenanbau

Beim Sonnenanbau wachsen die Tabakpflanzen unter freiem Himmel. Die Blätter sind direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Dadurch entstehen meist:

  • kräftigere Blätter
  • eine stärkere Blattstruktur
  • ein höherer Gehalt an Ölen
  • intensivere Aromen
  • häufig eine höhere Stärke

Sonnengezogene Blätter werden vor allem für die Einlage und das Umblatt verwendet.

Schattenanbau

Tabak für besonders feine Deckblätter wird teilweise unter grossen Stoffbahnen oder Netzen angebaut. Diese filtern das Sonnenlicht und schützen die Pflanzen vor zu intensiver Strahlung, Wind und starken Temperaturschwankungen.

Das spanische Wort für diese Anbaumethode lautet Tapado, was sinngemäss «bedeckt» bedeutet. Bei kubanischen Habanos wird sonnengezogener Tabak vorwiegend für Einlage und Umblatt verwendet, während bestimmte Deckblätter unter Stoffbahnen wachsen. (habanos.com)

Durch den Schattenanbau können besonders:

  • dünne
  • elastische
  • gleichmässige
  • glatte
  • optisch ansprechende

Blätter entstehen.

Da das Deckblatt später sichtbar ist, werden an seine Struktur und sein Erscheinungsbild besonders hohe Anforderungen gestellt.

Tabakpflanzen auf dem Feld mit Schattennetzen im warmen Abendlicht
Anbauphase: Je nach Verwendungszweck wachsen die Pflanzen in der Sonne oder unter schattierenden Stoffbahnen.

5. Die Pflege der Tabakpflanzen

Nach dem Auspflanzen müssen die Tabakpflanzen laufend kontrolliert und gepflegt werden.

Eine wichtige Arbeit ist das Entfernen der Blütenknospe. Dieser Vorgang wird in Kuba als Desbotonar bezeichnet. Ohne diese Massnahme würde die Pflanze einen erheblichen Teil ihrer Energie für Blüten und Samen aufwenden.

Wird die Blüte entfernt, konzentriert sich das Wachstum stärker auf die Blätter.

Danach bildet die Pflanze häufig Seitentriebe. Auch diese werden entfernt. Dieser Arbeitsschritt wird als Deshije bezeichnet. Beide Massnahmen fördern die Entwicklung kräftiger und möglichst gleichmässiger Tabakblätter. (habanos.com)

Während der Wachstumsperiode werden die Pflanzen zudem regelmässig auf Schädlinge, Pilzkrankheiten und Schäden durch Wind oder Starkregen untersucht.

6. Die verschiedenen Blattetagen

Nicht alle Blätter einer Tabakpflanze besitzen dieselben Eigenschaften.

Die Blätter werden je nach Position an der Pflanze in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Die genaue Bezeichnung kann je nach Land und Hersteller variieren. Im kubanischen System sind insbesondere folgende Kategorien bekannt:

Volado

Volado-Blätter wachsen im unteren Bereich der Pflanze. Sie sind vergleichsweise mild, besitzen aber meist gute Brandeigenschaften.

Im Blend können sie dazu beitragen, dass die Zigarre zuverlässig und gleichmässig abbrennt.

Seco

Seco-Blätter stammen aus dem mittleren Bereich der Pflanze. Sie sind häufig aromatisch und mittelkräftig.

Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Duft und zur geschmacklichen Ausgewogenheit einer Zigarre.

Ligero

Ligero-Blätter wachsen im oberen Bereich der Pflanze. Sie erhalten besonders viel Sonnenlicht und entwickeln dadurch häufig mehr Öle, Kraft und Würze.

Ligero brennt langsamer als dünnere Blätter und wird deshalb beim Zusammenstellen der Einlage meist nicht ganz aussen platziert.

Medio Tiempo

Bei manchen Pflanzen entstehen an der obersten Spitze besonders kräftige Blätter. Diese werden als Medio Tiempo bezeichnet.

Sie sind selten und werden nur für bestimmte Mischungen verwendet.

Habanos beschreibt Volado als leichtes, gut brennendes Blatt aus dem unteren Pflanzenbereich, Seco als aromatisches Blatt aus der Mitte und Ligero als kräftigeres Blatt aus dem oberen Bereich der Pflanze. (habanos.com)

7. Die Ernte der Tabakblätter

Tabakblätter reifen nicht alle gleichzeitig. Deshalb wird hochwertiger Zigarrentabak häufig etagenweise geerntet.

Die Ernte beginnt in der Regel mit den unteren Blättern. Danach folgen in zeitlichen Abständen die mittleren und schliesslich die oberen Blätter.

Dieser Vorgang ermöglicht es, jede Blattstufe möglichst zum optimalen Reifezeitpunkt zu ernten.

Bei einer anderen Erntemethode wird die gesamte Pflanze abgeschnitten und vollständig zum Trocknen aufgehängt. Diese Methode ist bei bestimmten Tabaksorten und Anbaugebieten verbreitet.

Die Erntearbeit erfordert viel Erfahrung. Ein zu früh geerntetes Blatt besitzt möglicherweise noch nicht genügend Körper und Aroma. Ein überreifes Blatt kann dagegen beschädigt, zu grob oder schwierig zu verarbeiten sein.

Reife Tabakblätter erkennt der erfahrene Pflanzer unter anderem an:

  • der Blattfarbe
  • der Oberflächenstruktur
  • der Dicke
  • der Elastizität
  • dem Winkel des Blattes zur Pflanze

Die Blätter müssen vorsichtig abgenommen werden, damit sie nicht einreissen. Besonders Deckblätter dürfen möglichst keine Löcher, Flecken oder anderen sichtbaren Beschädigungen aufweisen.

8. Das Auffädeln und Aufhängen

Nach der Ernte werden die Blätter in die Trockenschuppen gebracht. Diese Gebäude werden beispielsweise als Trockenscheunen, Curing Barns oder in Kuba als Casas de Tabaco bezeichnet.

Die Blätter werden paarweise oder in Gruppen an Schnüren befestigt und auf Holzstangen aufgehängt. Die kubanische Bezeichnung für diese Stangen lautet Cuje. (habanos.com)

Die Stangen werden in mehreren Reihen und Höhen im Trockenschuppen angeordnet. Dabei muss zwischen den Blättern genügend Luft zirkulieren können.

Eine zu dichte Aufhängung kann Schimmelbildung fördern. Bei zu grossem Abstand oder zu trockener Luft können die Blätter dagegen zu schnell austrocknen und brüchig werden.

9. Die Trocknung

Die Trocknung wird häufig als Curing bezeichnet. Dabei verlieren die frisch geernteten Blätter langsam einen grossen Teil ihrer Feuchtigkeit.

Es handelt sich jedoch nicht nur um ein einfaches Austrocknen. Während dieser Zeit finden auch chemische Veränderungen statt.

Das Blatt verliert seine grüne Farbe, weil Chlorophyll abgebaut wird. Die Farbe verändert sich schrittweise von Grün über Gelb- und Brauntöne bis zur gewünschten späteren Färbung.

Gleichzeitig verändern sich:

  • Stärke
  • Zucker
  • Eiweisse
  • Pflanzenöle
  • Gerbstoffe
  • Aromavorstufen

Die Belüftung des Trockenschuppens wird durch das Öffnen und Schliessen von Türen, Fenstern oder Lüftungsklappen gesteuert. Der Tabakbauer reagiert dabei auf Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wetterverhältnisse.

Je nach Blattart, Klima und Methode dauert die Trocknung mehrere Wochen. Perdomo nennt für seine Blätter beispielsweise eine natürliche Trocknungszeit von ungefähr 45 bis 65 Tagen. (PERDOMO CIGARS)

Eine zu schnelle Trocknung kann das Blatt beschädigen. Eine zu langsame oder zu feuchte Trocknung erhöht das Risiko von Fäulnis und Schimmel.

Getrocknete Tabakblätter haengen in einer rustikalen Trockenscheune
Trocknung und Curing: Die Blätter hängen wochenlang kontrolliert im Trockenschuppen.

10. Die erste Fermentation

Nach der Trocknung sind die Blätter noch nicht bereit, zu Zigarren verarbeitet zu werden.

Sie besitzen häufig noch scharfe, bittere oder unangenehme Eigenschaften. Deshalb folgt die Fermentation.

Dazu werden die Blätter gebündelt und zu grossen Stapeln aufgeschichtet. Solche Stapel werden häufig als Pilones bezeichnet.

Durch die Restfeuchtigkeit, den Druck und natürliche biologische Prozesse steigt im Inneren des Stapels die Temperatur. Der Vorgang ähnelt in gewisser Weise der Wärmeentwicklung in einem Komposthaufen.

Die Temperatur muss laufend kontrolliert werden. Wird der Stapel zu heiss, können die Blätter beschädigt werden. Deshalb werden die Pilones regelmässig auseinandergebaut, geprüft, umgeschichtet und erneut aufgebaut.

Dabei gelangen die äusseren Blätter nach innen und die inneren Blätter nach aussen. So soll die Fermentation möglichst gleichmässig verlaufen.

Die Fermentation:

  • reduziert unerwünschte Schärfe
  • baut bestimmte unerwünschte Stoffe ab
  • verändert die Blattfarbe
  • macht den Tabak geschmeidiger
  • entwickelt und verfeinert die Aromen
  • verbessert die späteren Raucheigenschaften

Habanos beschreibt die Fermentation als entscheidend für die Rauchqualität. Feuchtigkeit und Verdichtung erzeugen Wärme, weshalb die Stapel ständig überwacht werden müssen. (habanos.com)

Die Dauer ist nicht bei allen Tabaken gleich. Dicke und ölreiche Blätter benötigen meist mehr Zeit als dünne und leichte Blätter.

Fermentation von Tabakblättern in grossen Stapeln in einem rustikalen Lager
Fermentation im Pilón: Wärme, Feuchtigkeit und Kontrolle formen den späteren Charakter des Tabaks.

11. Sortierung und Klassifizierung

Nach der ersten Fermentation werden die Tabakblätter sorgfältig sortiert.

Dabei beurteilen erfahrene Fachkräfte unter anderem:

  • Blattgrösse
  • Farbe
  • Struktur
  • Dicke
  • Elastizität
  • Beschädigungen
  • Stärke
  • Aroma
  • Herkunft
  • Position an der Pflanze

Anschliessend wird festgelegt, wofür sich ein Blatt eignet.

Nur besonders feine, gleichmässige und möglichst unbeschädigte Blätter kommen als Deckblatt infrage. Weniger perfekte, aber elastische und widerstandsfähige Blätter können als Umblatt verwendet werden.

Blätter mit kräftigen oder besonders aromatischen Eigenschaften werden häufig für die Einlage ausgewählt. Rocky Patel beschreibt die Sortierung nach der Trocknung als entscheidenden Schritt, bei dem die Blätter ihrer späteren Funktion als Deckblatt, Umblatt oder Einlage zugeordnet werden. (Rocky Patel Premium Cigars)

Sortierung von getrockneten Tabakblättern auf einem Holztisch
Sortierung: Struktur, Farbe, Elastizität und Blattqualität entscheiden über die spätere Verwendung.

12. Das Entfernen der Mittelrippe

Die kräftige Mittelrippe des Tabakblattes ist für die Verarbeitung häufig zu fest und zu dominant.

Deshalb wird sie ganz oder teilweise entfernt. Dieser Vorgang wird als Entrippen oder Despalillo bezeichnet.

Bei Einlage- und Umblättern kann ein Teil der Mittelrippe erhalten bleiben, abhängig von der späteren Verarbeitung. Beim Deckblatt wird die Mittelrippe in der Regel vollständig entfernt, weil das Blatt möglichst glatt und flexibel um die Zigarre gelegt werden muss.

Die Personen, welche diese Arbeit traditionell ausführen, werden in Kuba als Despalilladoras bezeichnet. (habanos.com)

Vor dem Entrippen werden die Blätter leicht befeuchtet. Trockene Tabakblätter wären zu spröde und könnten bei der Bearbeitung leicht brechen.

13. Weitere Fermentationen

Viele Tabake durchlaufen nach der Sortierung und dem Entrippen eine zweite Fermentation.

Kräftige Einlageblätter können je nach Hersteller, Herkunft und gewünschtem Ergebnis auch weitere Fermentationszyklen durchlaufen.

Dabei werden die Blätter erneut zu kontrollierten Stapeln aufgebaut. Temperatur und Feuchtigkeit werden überwacht, und die Stapel werden bei Bedarf mehrfach umgeschichtet.

Bei bestimmten Zigarren oder Marken kommen besondere Methoden zum Einsatz. Einzelne Tabake werden beispielsweise zusätzlich in Holzfässern fermentiert oder gelagert.

Cohiba ist dafür bekannt, dass bestimmte Einlageblätter eine zusätzliche Fermentation erhalten. Solche Sonderverfahren sind jedoch nicht allgemeiner Standard für alle Zigarren. (habanos.com)

14. Die Reifung der Tabakblätter

Nach der Fermentation werden die Tabakblätter zu Ballen zusammengefasst und eingelagert.

Einlage- und Umblätter werden häufig in grossen Ballen, sogenannten Pacas, gelagert. Deckblätter können in Ballen aus natürlichem Material reifen, die in Kuba als Tercios bezeichnet werden.

Während der Reifung entwickeln sich die Tabake langsam weiter. Kräftige und kantige Eigenschaften können milder werden, während sich Aromen verbinden und verfeinern.

Die Lagerdauer richtet sich nach:

  • der Tabaksorte
  • der Blattstufe
  • der Stärke
  • dem Erntejahr
  • dem gewünschten Zigarrentyp
  • der Philosophie des Herstellers

Manche Tabake werden mehrere Jahre gelagert, bevor sie überhaupt in die Zigarrenfabrik gelangen.

Habanos weist darauf hin, dass Tabakblätter nach Trocknung und Fermentation durch zusätzliche Lagerung runder und aromatischer werden können. Für bestimmte Reserva-Zigarren werden Einlage, Umblatt und Deckblatt mindestens drei Jahre in Ballen gereift, bevor die Zigarren gerollt werden. (habanos.com)

15. Die Entwicklung des Blends

Bevor eine Zigarre hergestellt werden kann, muss ihre Tabakmischung festgelegt werden.

Diese Aufgabe übernimmt der Blender, in Kuba häufig Ligador genannt. Er kombiniert verschiedene Blätter so, dass die Zigarre ein bestimmtes Geschmacks-, Stärke- und Brennverhalten erhält.

Ein Blend kann Tabake aus:

  • verschiedenen Ländern
  • unterschiedlichen Anbaugebieten
  • mehreren Erntejahren
  • verschiedenen Pflanzenteilen
  • unterschiedlichen Saatgutsorten

enthalten.

Der Ligador muss berücksichtigen, dass jedes Blatt eine bestimmte Aufgabe erfüllt.

Ein kräftiges Ligero-Blatt kann Stärke und Würze bringen. Seco kann Aroma und Ausgewogenheit liefern. Volado kann den Abbrand unterstützen.

Auch das Umblatt und das Deckblatt beeinflussen das Gesamtbild. Das Deckblatt ist keineswegs nur eine dekorative Hülle. Je nach Tabaksorte und Format kann es einen deutlich wahrnehmbaren Beitrag zum Geschmack leisten.

Das Ziel ist ein Blend, der nicht nur unmittelbar gut schmeckt, sondern über die gesamte Rauchdauer möglichst harmonisch bleibt.

16. Die Vorbereitung in der Zigarrenfabrik

Bevor die Tabakblätter gerollt werden, müssen sie auf die richtige Verarbeitungsfeuchtigkeit gebracht werden.

Zu trockene Blätter würden brechen. Zu feuchte Blätter liessen sich zwar rollen, könnten aber schlecht brennen oder später unerwünschte Fermentationen entwickeln.

Die Blätter werden deshalb vorsichtig befeuchtet und anschliessend ruhen gelassen, damit sich die Feuchtigkeit gleichmässig verteilt.

Danach werden sie nochmals sortiert und entsprechend dem Produktionsplan an die Zigarrenroller ausgegeben.

Die Roller erhalten genau festgelegte Mengen und Sorten von Einlage-, Umblatt- und Deckblättern. Dadurch soll gewährleistet werden, dass jede Zigarre einer Serie dem vorgegebenen Blend entspricht.

17. Das Zusammenstellen der Einlage

Die Einlage bildet das Herz der Zigarre.

Bei einer hochwertigen Longfiller-Zigarre besteht sie aus langen oder weitgehend vollständigen Tabakblättern. Die spanische Bezeichnung lautet Tripa Larga.

Bei Shortfiller-Zigarren besteht die Einlage aus kleineren Tabakstücken. Diese Form wird als Tripa Corta oder Picadura bezeichnet.

Der Zigarrenroller legt die verschiedenen Einlageblätter entsprechend dem Blend zusammen.

Dabei dürfen die Blätter nicht einfach fest zusammengedrückt oder verdreht werden. Sie werden gefaltet, gerafft oder nach einer bestimmten Technik angeordnet, sodass im Inneren der Zigarre feine Luftkanäle entstehen.

Diese Luftkanäle sind wichtig für:

  • einen guten Zug
  • eine ausreichende Luftzufuhr
  • einen gleichmässigen Abbrand
  • eine möglichst konstante Rauchentwicklung

Wird die Einlage zu fest zusammengerollt, kann die Zigarre schlecht ziehen. Ist sie zu locker, kann sie zu schnell und ungleichmässig abbrennen.

18. Das Anbringen des Umblattes

Die zusammengestellte Einlage wird mit dem Umblatt umwickelt.

Das Umblatt muss ausreichend elastisch und stabil sein. Es hält die Einlage zusammen und formt den sogenannten Wickel oder die Puppe.

Im Spanischen wird dieser halbfertige Zigarrenkörper häufig als Bonche bezeichnet.

Das Umblatt besitzt mehrere Aufgaben:

  • Es hält die Einlage in Form.
  • Es stabilisiert die Zigarre.
  • Es beeinflusst den Zug.
  • Es unterstützt den Abbrand.
  • Es kann geschmacklich zum Blend beitragen.

Ein gutes Umblatt muss nicht so makellos aussehen wie ein Deckblatt, da es später nicht sichtbar ist. Es darf jedoch keine grösseren Löcher oder strukturellen Schwächen aufweisen.

19. Die Formgebung in der Presse

Nach dem Wickeln werden die Puppen in Holz- oder Kunststoffformen gelegt.

Diese Formen besitzen Vertiefungen, welche der gewünschten Vitola entsprechen. Sie bestimmen unter anderem:

  • Länge
  • Ringmass
  • Grundform
  • Gleichmässigkeit

Die gefüllten Formen werden gestapelt und in einer Presse zusammengedrückt. Nach einer gewissen Zeit werden die Zigarren in der Form gedreht und erneut gepresst.

Durch das Drehen wird verhindert, dass eine Seite flacher bleibt als die andere. Die Puppe erhält dadurch ihre gleichmässige, runde oder je nach Vitola bewusst kantige Form.

Bei boxgepressten Zigarren werden eckigere Formen verwendet oder die Zigarren werden später so dicht in Kisten gelagert, dass sie einen quadratischeren Querschnitt erhalten.

Figurados wie Torpedos, Perfectos oder Piramides erfordern besonders viel Erfahrung, da Kopf und teilweise auch Fuss speziell geformt werden müssen.

Zigarren werden in hölzerne Formen und Pressen eingelegt
Formgebung: In Holzformen und Pressen erhält der Wickel seine gleichmässige Gestalt.

20. Das Aufbringen des Deckblattes

Nach dem Pressen wird die Puppe aus der Form genommen und mit dem Deckblatt versehen.

Das Deckblatt wird auf dem Rollbrett ausgebreitet und mit einem speziellen Messer zugeschnitten. Dieses halbmondförmige Messer wird in Kuba als Chaveta bezeichnet.

Der Zigarrenroller schneidet das Blatt so zu, dass:

  • möglichst wenig Material verloren geht
  • grössere Blattadern günstig liegen
  • die schöne Blattseite nach aussen zeigt
  • das Blatt gleichmässig um die Zigarre geführt werden kann

Danach wird das Deckblatt spiralförmig vom Fuss in Richtung Kopf um die Puppe gerollt.

Das Blatt muss straff genug sitzen, um eine glatte Oberfläche zu ergeben. Es darf aber nicht zu stark gespannt werden, weil es sonst reissen oder den Zug beeinträchtigen könnte.

Für das Verkleben wird ein geschmacksneutraler Pflanzenklebstoff verwendet. Dieser wird traditionell als Goma bezeichnet und häufig aus Tragant oder vergleichbaren natürlichen Stoffen hergestellt.

21. Die Kappe am Zigarrenkopf

Am Kopf der Zigarre wird aus einem Reststück des Deckblattes eine kleine Kappe angebracht.

Diese Kappe verschliesst das Deckblatt und verhindert, dass es sich löst.

Bei vielen Zigarren besteht die Kappe aus einem oder mehreren kleinen runden Blattstücken. Kubanische Zigarren sind häufig an einer sogenannten Dreifachkappe zu erkennen. Dabei entstehen durch die Verarbeitung mehrere sichtbare Linien am Zigarrenkopf.

Die Kappe ist jener Bereich, der vor dem Rauchen angeschnitten oder angebohrt wird.

Der Schnitt sollte nur so viel entfernen, dass eine ausreichende Öffnung entsteht, ohne die gesamte Kappe abzutrennen.

22. Das Zuschneiden auf die richtige Länge

Nach dem Anbringen des Deckblattes wird die Zigarre auf ihre genaue Länge zugeschnitten.

Der Fuss muss sauber und gerade sein. Bei bestimmten Formaten kann er auch geschlossen oder speziell geformt sein.

Die fertige Zigarre wird anschliessend einer ersten visuellen Kontrolle unterzogen. Zigarren mit beschädigtem Deckblatt, falscher Form oder deutlichen Unregelmässigkeiten werden aussortiert oder nachbearbeitet.

23. Die Kontrolle des Zugwiderstands

Der Zugwiderstand ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.

Eine zu fest gerollte Zigarre kann kaum Luft durchlassen. Eine zu locker gerollte Zigarre kann zu schnell abbrennen, heiss werden oder wenig Rauch entwickeln.

Viele moderne Manufakturen prüfen die Puppen bereits vor dem Anbringen des Deckblattes mit einem Zugprüfgerät.

Dabei wird Luft durch die Zigarre geleitet und der Widerstand gemessen. Liegt der Wert ausserhalb des vorgegebenen Bereichs, wird die Puppe aussortiert oder neu gerollt.

Zusätzlich kontrollieren erfahrene Mitarbeiter die Zigarren durch Abtasten. Harte Stellen können auf zu dicht gepackten Tabak hinweisen. Sehr weiche Stellen können auf eine ungleichmässige oder zu lockere Füllung hindeuten.

Qualitätskontrolle einer Zigarre mit Messwerkzeug und Prüfgerät
Qualitätskontrolle: Zug, Masse und Gleichmässigkeit werden geprüft, bevor die Zigarre freigegeben wird.

24. Gewicht, Masse und Erscheinungsbild

Nach dem Rollen werden die Zigarren nach verschiedenen Kriterien geprüft.

Dazu gehören:

  • Länge
  • Ringmass
  • Gewicht
  • Form
  • Oberflächenstruktur
  • Deckblattfarbe
  • Festigkeit
  • sichtbare Schäden

Innerhalb einer Kiste sollen die Zigarren möglichst gleichmässig erscheinen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Zigarren exakt identisch sein müssen. Tabak ist ein Naturprodukt. Kleine Unterschiede in Farbe, Blattadern oder Oberflächenstruktur sind normal.

Deutliche Abweichungen können jedoch dazu führen, dass eine Zigarre nicht für die vorgesehene Serie oder Qualitätsstufe verwendet wird.

25. Die Ruhephase nach dem Rollen

Während der Verarbeitung wurden die Tabakblätter befeuchtet, damit sie geschmeidig bleiben.

Die fertigen Zigarren besitzen deshalb zunächst mehr Feuchtigkeit, als für Lagerung und Rauchen ideal wäre. Zudem treffen beim Rollen Einlage, Umblatt und Deckblatt erstmals als vollständiger Blend aufeinander.

Die Zigarren kommen deshalb in einen klimatisierten Ruheraum. In Kuba wird dieser Raum als Escaparate bezeichnet.

Dort werden sie in Schubladen oder Regalen gelagert. Während dieser Zeit:

  • geben sie überschüssige Feuchtigkeit ab
  • stabilisiert sich ihre Form
  • gleichen sich die Tabake untereinander an
  • können sich erste Aromen verbinden
  • beruhigt sich die Zigarre nach der Verarbeitung

Habanos lagert frisch gerollte Zigarren in mit Zedernholz ausgekleideten Schubladen. Dort verlieren sie überschüssige Feuchtigkeit aus dem Rollprozess. Die kontrollierten Bedingungen liegen laut Habanos ungefähr zwischen 16 und 18 Grad Celsius sowie 65 und 70 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. (habanos.com)

Wie lange die Zigarren ruhen, hängt vom Hersteller und Produkt ab. Manche Zigarren werden nach relativ kurzer Zeit verpackt, andere bleiben mehrere Monate oder länger in der Fabrikreifung.

26. Die Farbsortierung

Vor dem Verpacken werden die Zigarren nach der Farbe ihrer Deckblätter sortiert.

Dafür braucht es ein ausserordentlich geschultes Auge. Auch Deckblätter, die auf den ersten Blick gleich aussehen, können feine Unterschiede in Helligkeit, Farbton und Glanz besitzen.

Die Farbsortierer ordnen die Zigarren so, dass innerhalb einer Kiste ein möglichst harmonisches Gesamtbild entsteht.

Häufig werden die Zigarren zusätzlich innerhalb der Kiste nach Farbabstufungen angeordnet. Die dunkleren Zigarren können beispielsweise auf einer Seite und die helleren auf der anderen Seite liegen.

Die farbliche Sortierung ist vor allem eine optische Massnahme. Eine dunklere Zigarre muss nicht automatisch stärker sein als eine hellere. Die Stärke hängt vom gesamten Blend und nicht nur von der Farbe des Deckblattes ab.

27. Das Anbringen der Banderolle

Nach der Qualitäts- und Farbsortierung erhalten die Zigarren ihre Banderollen.

Die Banderolle enthält meist:

  • den Markennamen
  • das Markenlogo
  • Herkunftsangaben
  • Serienbezeichnungen
  • dekorative Elemente

Bei limitierten oder speziellen Serien können zusätzliche Banderollen angebracht werden.

Die Banderolle wird mit grosser Genauigkeit positioniert. Innerhalb einer Kiste sollen alle Ringe auf derselben Höhe liegen.

Die Banderolle dient hauptsächlich der Kennzeichnung und Markenpräsentation. Sie sagt allein noch nichts über die tatsächliche Qualität oder Herkunft einer Zigarre aus. Deshalb sind vertrauenswürdige Händler und nachvollziehbare Bezugsquellen besonders wichtig.

Zigarren werden von Hand mit einer Banderolle versehen und in Holzkisten vorbereitet
Finaler Schritt: Nach Kontrolle und Reifung erhalten die Zigarren ihre Banderolle und werden verpackt.

28. Zellophan oder unverpackt

Einige Hersteller verpacken jede Zigarre einzeln in Zellophan. Andere verzichten darauf.

Zellophan kann das empfindliche Deckblatt während Transport und Handhabung schützen. Es verlangsamt zudem den direkten Feuchtigkeitsaustausch mit der Umgebung.

Echtes Zellophan ist jedoch nicht vollständig luftdicht. Eine langfristige Reifung der Zigarre bleibt grundsätzlich möglich.

Kubanische Premiumzigarren werden traditionell häufig ohne Zellophan in ihre Kisten gelegt, wobei es auch hier je nach Produkt und historischer Ausführung Ausnahmen gibt.

Ob eine Zigarre mit oder ohne Zellophan gelagert wird, ist teilweise eine Frage der persönlichen Vorliebe. Entscheidend bleiben geeignete Lagerbedingungen.

29. Verpackung in Kisten

Die fertigen Zigarren werden in Kisten, Cabinets, Bündel, Tubos oder andere Verpackungen eingelegt.

Zigarrenkisten bestehen häufig aus oder enthalten Elemente aus Zedernholz. Das Holz kann:

  • vor mechanischen Schäden schützen
  • Feuchtigkeit ausgleichen
  • den Reifeprozess begleiten
  • eine typische Präsentation ermöglichen

Vor dem Verschliessen erfolgt nochmals eine Kontrolle der Anzahl, Anordnung und Ausrichtung der Zigarren.

Je nach Herkunft und Hersteller werden die Verpackungen anschliessend mit:

  • Kontrollsiegeln
  • Steuerzeichen
  • Herkunftskennzeichnungen
  • Produktionscodes
  • Datumsstempeln
  • Seriennummern

versehen.

30. Die weitere Reifung der fertigen Zigarre

Auch nach dem Verpacken entwickelt sich eine Zigarre weiter.

Die verschiedenen Tabake des Blends verbinden sich mit der Zeit. Besonders junge Zigarren können zunächst unruhig, kantig oder zeitweise verschlossen wirken.

Bei geeigneter Lagerung können sich die Aromen harmonisieren. Stärke und Schärfe können milder erscheinen, während sich feinere Geschmacksnuancen entwickeln.

Habanos vergleicht diese Entwicklung mit der Reifung hochwertiger Weine. Die gemeinsame Reifung von Einlage, Umblatt und Deckblatt beginnt nach dem Rollen und setzt sich bei korrekter Lagerung in der Kiste fort. (habanos.com)

Nicht jede Zigarre profitiert unbegrenzt von langer Lagerung. Manche Blends sind für einen frühen Genuss konzipiert. Andere besitzen genügend Kraft und Struktur für eine mehrjährige Reifung.

31. Handgefertigte und maschinell gefertigte Zigarren

Nicht alle Zigarren werden vollständig von Hand hergestellt.

Totalmente a mano

Die Bezeichnung Totalmente a mano bedeutet «vollständig von Hand».

Bei solchen Zigarren werden sowohl die Puppe als auch das Deckblatt von Hand verarbeitet. Hochwertige Premiumzigarren mit langer Einlage werden meist auf diese Weise hergestellt.

Hecho a mano

Hecho a mano bedeutet grundsätzlich «von Hand gemacht». Die genaue Bedeutung kann je nach Land und Kennzeichnungssystem variieren.

Teilweise können vorbereitende oder einzelne Produktionsschritte maschinell unterstützt worden sein.

Maschinell gefertigte Zigarren

Bei maschinell hergestellten Zigarren werden Tabakstücke oder homogenisierte Tabakmaterialien häufig automatisiert verarbeitet.

Solche Produkte können günstig und sehr gleichmässig hergestellt werden. Sie unterscheiden sich jedoch in Aufbau, Rohstoffauswahl und Herstellung deutlich von einer vollständig handgefertigten Longfiller-Zigarre.

Habanos verwendet die Bezeichnung Totalmente a mano für vollständig von Hand gefertigte Zigarren und grenzt sie damit von teilweise mechanisierten Herstellungsverfahren ab. (habanos.com)

32. Warum jede Zigarre etwas anders ist

Auch bei sorgfältigster Herstellung bleibt eine Zigarre ein handgefertigtes Naturprodukt.

Unterschiede können entstehen durch:

  • natürliche Schwankungen der Tabakblätter
  • verschiedene Erntejahre
  • Wetter und Boden
  • geringfügige Unterschiede beim Rollen
  • Transportbedingungen
  • Alter und Lagerung
  • Luftfeuchtigkeit beim Rauchen

Deshalb können zwei Zigarren aus derselben Kiste leicht unterschiedlich schmecken oder abbrennen.

Eine gute Qualitätskontrolle reduziert solche Schwankungen, kann sie aber niemals vollständig beseitigen.

Gerade diese natürliche Individualität gehört für viele Aficionados zum besonderen Charakter einer handgefertigten Zigarre.

33. Wie lange dauert die Herstellung?

Eine genaue allgemeingültige Zeitangabe ist kaum möglich.

Die reine Wachstums- und Ernteperiode dauert nur einige Monate. Danach folgen jedoch:

  • mehrere Wochen Trocknung
  • eine oder mehrere Fermentationen
  • monate- oder jahrelange Blattreifung
  • die eigentliche Herstellung
  • die Ruhephase der fertigen Zigarren
  • möglicherweise eine zusätzliche Kistenreifung

Bei einer hochwertigen Premiumzigarre können zwischen der Aussaat und dem Verkauf deshalb mehrere Jahre liegen.

Besonders lang gereifte Tabake oder Sondereditionen können einen noch deutlich längeren Herstellungszeitraum besitzen.

Schlussbetrachtung

Die Herstellung einer Zigarre ist das Ergebnis zahlreicher aufeinander abgestimmter Arbeitsschritte.

Sie beginnt beim Saatgut und auf dem Tabakfeld. Danach folgen Ernte, Trocknung, Fermentation, Sortierung, Reifung und die Entwicklung des Blends.

Erst dann gelangt der Tabak zum Zigarrenroller. Dieser formt aus Einlage und Umblatt die Puppe, presst sie in die gewünschte Form und bringt abschliessend das empfindliche Deckblatt an.

Kontrolle, Ruhephase, Farbsortierung, Banderolierung und Verpackung bilden den Abschluss eines langen Prozesses.

Die sichtbare Arbeit des Zigarrenrollers ist somit nur ein kleiner, wenn auch besonders wichtiger Teil der gesamten Herstellung. Hinter jeder handgefertigten Premiumzigarre stehen Tabakbauern, Erntehelfer, Trocknungs- und Fermentationsfachleute, Sortierer, Blender, Zigarrenroller und Qualitätskontrolleure.

Eine hochwertige Zigarre ist deshalb nicht einfach ein zusammengerolltes Tabakblatt. Sie ist ein landwirtschaftliches und handwerkliches Produkt, in dem sich Herkunft, Klima, Erfahrung, Geduld und die Arbeit vieler Menschen miteinander verbinden.

Quellen und weiterführende Informationen

Habanos S.A.: Offizielles Fachglossar zu Begriffen wie Einlage, Volado, Seco, Ligero, Tapado, Tercio, Torcedor und Totalmente a mano. (habanos.com)

Habanos S.A.: Beschreibung des Anbaus von sonnengezogenem Tabak sowie der Trocknung, Fermentation, Sortierung und Klassifizierung von Einlage- und Umblättern. (habanos.com)

Habanos S.A.: Beschreibung des Schattenanbaus und der Verarbeitung von Deckblättern. (habanos.com)

Habanos S.A.: Informationen über die zusätzliche Reifung von Tabakblättern in Pacas und Tercios sowie über Reserva-Tabake. (habanos.com)

Habanos S.A.: Informationen über die Ruhe und Reifung frisch gerollter Zigarren im Escaparate. (habanos.com)

Habanos S.A.: Informationen über die weitere Reifung fertig gerollter und verpackter Zigarren. (habanos.com)

Habanos S.A.: Informationen zur zusätzlichen Fermentation bestimmter Tabake der Marke Cohiba. (habanos.com)

Perdomo Cigars: Dokumentation zu Ernte, Aufhängen, Trocknung, Fermentation und Reifung von Zigarrentabak. (PERDOMO CIGARS)

Rocky Patel Premium Cigars: Beschreibung der Sortierung und Klassifizierung von Tabakblättern für Deckblatt, Umblatt und Einlage. (Rocky Patel Premium Cigars)

La Casa del Habano Nyon: Ergänzende Darstellung der verschiedenen Fermentationszyklen bei Zigarrentabak. (La Casa Del Habano Nyon - Switzerland)